
Wo die Donau durch Granit muss, wird sie am schönsten: Zwischen Krems und Melk stapeln sich Weinterrassen, Stifte und Burgruinen auf engstem Raum, Weltkulturerbe von der ersten bis zur letzten Flussbiegung. Krems ist das Tor dazu: tausendjährige Altstadt, junge Kunstmeile, und abends ein Grüner Veltliner vom Hang gegenüber.
Die Logik des Tals ist einfach: Krems am Osteingang, Melk am Westeingang, dazwischen dreißig Flusskilometer mit Dürnstein, Weißenkirchen und Spitz wie Perlen an der Schnur. Alles ist mit Bahn, Bus, Schiff und Radweg verbunden, man wählt nur die Geschwindigkeit.
Krems selbst wird oft unterschätzt: die Doppelstadt Krems und Stein mit zwei Altstädten, dem Steiner Tor als Wahrzeichen und der Kunstmeile zwischen Landesgalerie und Karikaturmuseum verdient mehr als den Durchmarsch zum Schiff.

Das barocke Stift mit seinem berühmten blauen Turm, darüber die Burg, in der Richard Löwenherz 1193 gefangen saß, der Aufstieg kostet eine halbe Stunde und belohnt mit dem besten Blick des Tals.

Das spätgotische Stadttor öffnet in eine lebendige Altstadt; am Donauufer reiht die Kunstmeile Landesgalerie, Karikaturmuseum und Forum Frohner aneinander.

Stiftskirche in Gold, Bibliothek unter Troger-Fresken, Altane überm Strom: Das Benediktinerstift Melk ist der barocke Paukenschlag am Ende des Tals.

Direkt hinter Krems schneiden sich Hohlwege durch den Löss der Sandgrube; weiter flussauf steigen die Steinterrassen, auf denen Riesling und Veltliner wachsen.

Wehrkirche über Weingärten, der Tausendeimerberg bei Spitz, Heurige in Lesehöfen: Hier wohnt der Wachau-Alltag, eine Schiffslänge von den Reisebussen entfernt.

Gegenüber von Krems thront Stift Göttweig mit Kaiserstiege und Terrassenblick übers ganze Tal, und einem Klostergarten für den Nachmittag.
Schiff, Rad oder Bahn, die Wachau funktioniert in jedem Tempo. Wichtig ist nur die Richtung: mit der Strömung schauen, gegen die Strömung planen.
Vormittags mit dem Schiff flussaufwärts durchs ganze Welterbe, mittags Stift Melk, zurück mit Bahn und Bus. Die ganze Wachau an einem Tag, ohne einen Meter zu fahren.
Krems–Melk am Nordufer mit Abstechern nach Dürnstein und Spitz, Rollfähre ans Südufer, zurück oder Bahn. Der meistbefahrene Radweg Europas hat seinen Ruf verdient, im Mai und September gehört er einem fast allein.
Tag eins Krems, Stein und Göttweig, abends ausg'steckter Heuriger in einem Weinort. Tag zwei Dürnstein vor den Schiffen, dann Weißenkirchen und Spitz. So schmeckt das Tal, nicht nur so aussieht.
Krems für Verbindungen, Lokale und Museen; Dürnstein für die Kulisse nach Abfahrt der Schiffe; Melk für den frühen Stiftsbesuch und die Anreise von Westen. Alles Weitere ist Geschmack, und Verfügbarkeit zur Marillenblüte.
Praktische Artikel mit geprüften Fahrplänen, Preisen in Euro und einer gesunden Skepsis gegenüber allem, was sich "Geheimtipp" nennt. Neue Beiträge zweimal pro Woche.

Die Wachauer Marillenblüte hat kein Fixdatum. So schätzen Sie den Zeitraum ein, finden ruhige Aussichtspunkte und meiden größere Besucherströme in der Wachau.
Geolina163, CC BY-SA 4.0Der erprobte Rundkurs ab Krems, mit Fahrplänen, Aufstieg zur Ruine und der richtigen Richtung.

Zwei Wochen Rosa im Tal, die besten Standorte abseits der fotografierenden Mehrheit.

Buschen, Brettljause, Betriebsferien, wie man immer einen offenen Heurigen findet.
Von Wien stündlich direkt ab Franz-Josefs-Bahnhof nach Krems, rund eine Stunde. Im Tal übernehmen Bahn, Bus, Schiff und der Donauradweg, ein Auto ist entbehrlich und in der Hochsaison eher Ballast.
Marillenblüte Ende März bis Mitte April, Rad- und Wanderwetter im Mai, Juni und September, Weinlese und goldene Hänge im Oktober. Im Hochsommer Dürnstein früh oder spät besuchen, dazwischen gehört es den Schiffen.
Krems für Verbindungen, Wirtshäuser und Museen; Dürnstein für die Kulisse, sobald die Tagesgäste weg sind. Guter Kompromiss: in Krems wohnen, Dürnstein am Abend, oder dort übernachten und den Ort vor neun Uhr allein haben.
Eine Buschenschank, in der der Winzer eigenen Wein und kalte Küche ausschenkt, erkennbar am Buschen über der Tür. Geöffnet ist nur "ausg'steckt", die Kalender der Weinbaugemeinden und die Tafeln am Ortsrand verraten, wer gerade offen hat.
Ja. Bibliothek, Fresken und die goldene Stiftskirche gehören zum Besten, was der europäische Barock gebaut hat, und die Altane liefert den Donaublick dazu. Mit Schiff hin und Bahn zurück ist es der runde Tagesausflug.
