# Stift Göttweig: das österreichische Montecassino über der Wachau

> Hoch über der Donau thront das Benediktinerstift, dessen Silhouette man wegen der Ähnlichkeit mit dem italienischen Original gern "österreichisches Montecassino" nennt. Wer den Besuch richtig timt, bekommt Barockpracht und Weitblick ohne Gedränge.

Von der Krems-Promenade aus ist der Hügel mit der Doppelturmfassade kaum zu übersehen: Stift Göttweig liegt auf der anderen Seite der Donau, etwa zehn bis fünfzehn Autominuten vom Kremser Zentrum entfernt, je nachdem, ob man über die Brücke bei Mautern oder weiter östlich fährt. Der Vergleich mit Montecassino ist kein Zufall, sondern eine stehende Redewendung unter Kunsthistorikern: Beide Klöster sitzen exponiert auf einem Berg, beide wurden nach Bränden und Zerstörungen barock wiederaufgebaut, beide dominieren ihre Landschaft. Wer die Wachau verstehen will, kommt an diesem Ort nicht vorbei, auch wenn er streng genommen schon im Kremstal liegt.

## Anreise und erste Orientierung

Mit dem Auto folgt man von Krems der Beschilderung Richtung Furth bei Göttweig, die Fahrt dauert selten länger als eine Viertelstunde, Parkplätze gibt es direkt am Fuß des Stiftsbergs. Ohne eigenes Fahrzeug fährt an Wochenenden und in der Saison gelegentlich ein Bus von Krems hinauf, die Fahrpläne ändern sich jedoch je nach Jahr, aktuelle Verbindungen sollte man vorher prüfen. Radfahrer nehmen die kurze, aber spürbar ansteigende Strecke von der Donauradweg-Route ab Furth, zu Fuß braucht man vom Ort aus etwa zwanzig bis dreißig Minuten bergauf. Wer das Takt-Denken der Wachau verinnerlicht hat, plant den Besuch bewusst außerhalb der Stunden, in denen die großen Flusskreuzfahrtschiffe in Krems anlegen und ihre Gäste gebündelt loslassen.

## Öffnungszeiten und Eintritt

Das Stift ist von Frühjahr bis Herbst täglich für Besucher geöffnet, üblicherweise von etwa 9 bis 17 oder 18 Uhr, in den Wintermonaten reduziert sich das Angebot oft auf Wochenenden oder entfällt teilweise. Der Eintritt für die Stiftsbesichtigung liegt für Erwachsene meist im Bereich von 12 bis 14 Euro, Kombitickets mit Sonderausstellungen kosten etwas mehr, Kinder und Studierende zahlen reduziert. Da sich Zeiten und Preise von Saison zu Saison leicht verschieben, lohnt ein kurzer Blick auf die aktuelle Website vor der Fahrt, besonders außerhalb der Hauptsaison zwischen April und Oktober.

## Kaiserstiege, Stiftskirche und Marmorsaal

Das Herzstück des Rundgangs ist die Kaiserstiege mit dem berühmten Deckenfresko von Paul Troger, das Kaiser Karl VI. als strahlenden Apoll inszeniert, umgeben von Figuren der vier Kontinente. Die Stiftskirche selbst verbindet gotische Grundmauern mit barocker Ausstattung, ein Kontrast, der beim langsamen Durchgehen erst richtig auffällt. Der Marmorsaal, oft für Konzerte und Feste genutzt, zeigt ebenfalls Deckenmalerei von Troger und gilt als einer der prächtigsten Säle Niederösterreichs. Wer Zeit mitbringt, besucht auch die Krypta und, falls geöffnet, die Schatzkammer mit liturgischen Objekten und Handschriften aus der langen Klostergeschichte, die bis ins Jahr 1083 zurückreicht.

> **PRAKTISCH** Festes Schuhwerk für den Aufstieg einplanen, im Stift selbst herrscht in den sakralen Räumen ein ruhiger, eher kühler Ton, Fotografieren ist meist erlaubt, Blitzlicht in der Kirche eher nicht.

## Aussicht über die Wachau und Terrasse

Der eigentliche Lohn des Aufstiegs ist der Blick von der Terrasse hinunter auf die Donau, die Weinberge und, bei klarer Sicht, bis weit ins Kremstal hinein. Diese Aussicht gehört zu den schönsten der ganzen Region, weil sie die Flusslandschaft aus einer Höhe zeigt, die man sonst nur von wenigen Punkten aus erreicht. Eine kleine Gastronomie am Stiftsgelände bietet je nach Saison einfache Speisen und natürlich Wein aus eigenem Anbau, denn das Stift bewirtschaftet selbst Weingärten in der Wachau und im Kremstal. Wer nach der Besichtigung noch Zeit hat, setzt sich mit einem Glas Grünem Veltliner auf die Terrasse und lässt den Blick über das Tal wandern, ganz im Rhythmus der Wachau, der selten hektisch ist.

> **Nach dem Stift noch bleiben wollen?** Unterkünfte in Krems und Umgebung für Wachau-Tage ohne Eile. [Unterkünfte ansehen ](https://www.stay22.com/allez/roam?aid=geoguides&lang=de&currency=EUR&lat=48.4095&lng=15.614&campaign=kremsanderdonau_article_stift_g_ttweig_besuch)

## Geschichte in Kürze: von der Gründung bis zum Wiederaufbau

Gegründet wurde das Kloster 1083 vom Passauer Bischof Altmann, über die Jahrhunderte folgten Umbauten, ein verheerender Brand im Jahr 1718 zerstörte große Teile der mittelalterlichen Anlage. Der Wiederaufbau im barocken Stil, maßgeblich nach Plänen von Jakob Prandtauer, dem auch Stift Melk seine heutige Form verdankt, prägt bis heute das Erscheinungsbild. Diese bauliche Parallele zu Melk erklärt, warum beide Stifte oft im selben Atemzug genannt werden, auch wenn Göttweig ruhiger und weniger überlaufen bleibt. Seit 1999 gehört die Kulturlandschaft Wachau samt Stift Göttweig zum UNESCO-Weltkulturerbe, eine Anerkennung, die weniger Marketingfloskel als Beschreibung einer tatsächlich außergewöhnlichen Verbindung von Natur und Architektur ist.

## Kombination mit Krems und der Wachau

Viele Besucher verbinden Göttweig mit einem Abstecher nach Krems oder Mautern, sei es für einen Heurigenbesuch am Nachmittag oder für einen Spaziergang durch die Kremser Altstadt vor oder nach der Fahrt. Wer die Wachau an einem einzigen Tag abdecken möchte, sollte Göttweig eher an den Anfang oder das Ende legen, da die Rückkehr nach Krems kurz ist und man sich die Zeit für Melk oder Dürnstein freihalten kann. Ausg'steckt bleiben, also ein offener Heuriger, findet sich in der Saison auch in Furth oder den umliegenden Weinorten, ein stiller Ausklang nach dem Rundgang durchs Stift.

> **WEITERLESEN** [Mehr zu Ausflugszielen rund um Krems auf der Startseite](https://kremsanderdonau.com/index.html)

---

Quelle: https://kremsanderdonau.com/stift-gottweig-das-osterreichische-montecassino.html
Veröffentlicht am 2026-10-25 · Krems an der Donau, unabhängiger Guide (kremsanderdonau.com)
